Greenpeace in Bonn

Greenpeace ist eine internationale, unabhängige Organisation, die kreativ und gewaltfrei auf weltweite Umweltprobleme hinweist und versucht, Lösungen durchzusetzen. Unser Ziel ist eine grüne und friedliche Zukunft für die Erde und das Leben auf ihr in all seiner Vielfalt.
Greenpeace Bonn ist eine Gruppe engagierter Menschen aus Bonn, die die Ziele und Prinzipien der Organisation Greenpeace in Bonn umsetzen.

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Petition von Greenpeace Deutschland

Persönliche Erinnerungen vom Kernunglück in Tschernobyl

Gestern, am 26.04.2016, jährte sich die Katastrophe von Tschernobyl zum dreißigsten Mal. Wir haben Personen befragt, die zum damaligen Zeitpunkt zwischen 33 und 50 Jahre alt waren.

„Eine Freundin war zu dem Zeitpunkt schwanger. Wir hatten tierische Angst, haben die Nachrichten ständig verfolgt und gehofft „bloß keine Ostwinde“. Wir wussten nicht, was wir machen konnten und eigentlich konnten wir auch nichts machen. Wir waren total machtlos. Was bis heute geblieben ist: „Bloß keine Pilze aus dem Osten essen“, da man sagte, dass gerade Pilze die Strahlung ‚gut‘ aufnehmen.“

„Die Katastrophe war schlimm; das habe ich größtenteils schon verdrängt. Trotzdem war es weit weg, ähnlich wie Fukushima vor fünf Jahren. Aber für die betroffenen Menschen ist es natürlich grausam. Die Umwelt ist für eine lange Zeit verpestet. Die Spätfolgen sind kaum absehbar. Ein Atomunglück kann man einfach nicht kontrollieren. Nicht auszudenken, welche Auswirkungen wir vor Ort hätten, wenn etwas in Belgien passiert.“

„Man wusste, dass Atomkraft seine Gefahren birgt. Das Unglück war dann aber doch überraschend. Kinder sollten nicht mehr draußen spielen und das Gemüse aus dem Garten sollte nicht mehr gegessen werden, da es möglicherweise kontaminiert war. Sonst gab es aber keine großen Auswirkungen bei uns. Das wäre natürlich anders, wenn die Atomkraftwerke in Belgien z.B. durch einen Terroranschlag beschädigt werden.“

In den 80er Jahren galt Tschernobyl als Musteranlage und trotzdem ist die Geschichte des Kraftwerks durchzogen von Unfassbarkeiten:

  • Ein Unfall im Jahr 1982, bei dem erhebliche Mengen Radioaktivität austraten,
  • der Super-Gau im Jahr 1986,
  • der weitere Bau der Blöcke 5 und 6 bis ins Jahr 1988,
  • eine Wasserstoffexplosion gefolgt von einem Großbrand im Jahr 1991,
  • das Weiterbetreiben von Block 3 bis zum Jahr 2000(!).

Erst im Jahr 2008 wurde der letzte Kernbrennstoff entfernt und die Atommüll-Verarbeitungsanlage in Betrieb genommen. Denn erst dann wurde damit begonnen, die kontaminierten Teile für die Endlagerung vorzubereiten.

Was man heute noch für sicher hält, kann schon morgen zum Super-GAU führen. Da hilft nur der Wechsel zu 100%igen Ökostromanbietern.

Greenpeace Gruppen machen Welle für den Meeresschutz

Unter dem Motto #wellemachen sammelten am Samstag, den 19.03. Greenpeace Ehrenamtliche am Rheinufer in Beuel im Rahmen einer bundesweiten Aktion Müll und protestierten anschließend gegen die weltweite Vermüllung der Meere und Flüsse.

#wellemachen_GAT Müllsammeln_Fund

Unser Fund: Eine ganze Menge Müll.

Auf einem Abschnitt von ca. 250 Metern Länge nördlich der Kennedybrücke am Beueler Rheinufer sammelten sechs Greenpeace-Aktivisten Plastikmüll und andere Gegenstände, die nicht ins Wasser oder an dessen Ufer gehören. Die Müllmenge, die dabei zusammenkam. war enorm: In nur 1,5 Stunden wurden drei riesige Sammelbeutel gefüllt. Hinzu kam der Fund von einem Einkaufswagen und einem Autoreifen. Der Müll bestand überwiegend aus Glasflaschen und Plastikgegenständen. Neben diversen Essensverpackungen fanden sich auch Turnschuhe, Sandalen und ein ganzes Küchengerät. Doch wozu all die Mühe?

80 Prozent des Plastikmülls gelangen über Flüsse und Strände vom Land ins Meer. Dazu gehören illegale Müll- und Abwasserentsorgungen oder auch durch Tourismus bedingte Abfälle. 20 Prozent entstehen durch illegale Entsorgungen von Schiffen oder auch Fischereiabfälle wie z.B. verlorengegangene Netze. Unsere Ozeane verkommen zum Plastikendlager. Allein an der Meeresoberfläche treiben geschätzte 5 Trillionen Plastikteile.

#wellemachen_GAT Müllsammeln_Stand

Unsere Müllaustellung auf dem Friedensplatz, Bonn.

Mit unser Müllsammelaktion wollten wir auf eben diese Vermüllung der Meere aufmerksam machen. Den gefundenen Müll stellten wir deshalb exemplarisch auf dem Friedensplatz in Bonn aus. Der aufgebaute Müllberg diente nicht nur zur Demonstration gegen die Müllproblematik, sondern auch zur Bewusstseinsschaffung der Passanten. Im Gespräch mit diesen zeigte sich, dass sich viele der globalen Müllproblematik auf irgend eine Weise bewusst sind, jedoch auch glauben, nichts dagegen machen zu können.

Im Umgang mit Plastik ist zwar anzuerkennen, dass dieses nützlich ist, es wird aber oft unnötig eingesetzt. Nicht richtig entsorgt, landet der Müll, über den Umweg Meer, letztendlich unter Umständen wieder auf unseren Tellern.

Und genau dagegen kann jeder etwas machen:

1. Einkaufstaschen selber mitbringen, statt Plastiktüten kaufen
2. Unnötiges Plastik reduzieren (Plastikgeschirr, 1-Euro-Nippes, To-Go Becher)
3. Mehrweg- statt Einwegflaschen kaufen oder besser:
4. Glas-  statt Plastikflaschen kaufen oder direkt einen Wasserzubereiter zulegen – das erspart auch das lästige Tragen.
5. Bei Kosmetik auf Inhaltsstoffe achten (Plastik ist als Polyethylen (PE), Polyprophylen (PP) oder Nylon gekennzeichnet)
6. Möglichst unverpackte Lebensmittel kaufen. Wir haben sogar einen verpackungsfreien Laden in Bonn: Freikost Deinet http://www.freikost.de/
7. Müll sammeln und trennen

Die Fastenzeit ist zwar schon um, aber versucht auch ihr einmal eine Plastikdiät. Es muss ja nicht gleich plastikfrei sein, aber Müll reduzieren, das kann jeder.

Umweltaktivisten organisieren in 62 Städten Aufräumaktion an Ufern

Greenpeace-Gruppen machen Welle für den Meeresschutz

Unter dem Motto #wellemachen demonstrieren in einer bundesweiten Aktion heute, am Samstag, den 19. 3. ab 11 Uhr morgens, Greenpeace-Ehrenamtliche am Rheinufer in Beuel gegen die zunehmende Vermüllung der Meere.

Die Aktivisten sammeln am Rhein, in Höhe der Kennedybrücke den Müll, den sie ab 13 Uhr auf dem Friedensplatz präsentieren. „Wir krempeln die Ärmel hoch als Zeichen für den Meeresschutz“, sagt Sandra Schöttner, Meeresexpertin von Greenpeace. „Egal ob an der Ostsee oder in den Alpen: Plastik gelangt oft über die Flüsse ins Meer. Dort verrottet es nicht, sondern belastet für mehrere hundert, wenn nicht tausende Jahre die Ökosysteme.“

 

Plastikmüll treibt in riesigen Müllstrudeln durch die Meere und sammelt sich selbst an entlegenen Stellen wie Tiefseegräben oder der Arktis. Der meiste Plastikabfall gelangt aus China, Indonesien und weiteren asiatischen Ländern ins Meer. Doch auch Deutschland ist Teil des Problems: Deutsche verbrauchen mit Abstand das meiste Plastik in der EU – ein Viertel der Gesamtmenge. Laut offiziellen Angaben werden 57 Prozent des deutschen Plastikmülls verbrannt, 42 Prozent recycelt und nur ein Prozent deponiert. „Zwischen unserem Plastikverbrauch und dem Plastikmüll klafft eine verdächtige Lücke von rund vier Millionen Tonnen pro Jahr“, so Schöttner. „Wo landet dieses Plastik, wenn es nicht verbrannt oder recycelt wird? Bestimmt auch in der Umwelt, wo es zum Problem wird.“

Ozeane verkommen zum Plastikendlager

Bis zu 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle gelangen jedes Jahr weltweit alleine von Land aus ins Meer. Dort werden Plastikteile zur tödlichen Falle für viele Meereslebewesen wie Seevögel, Schildkröten oder Delfine: Diese verheddern sich darin und ertrinken – oder verwechseln sie mit Nahrung. Auch im Magen eines der kürzlich an der Nordseeküste gestrandeten Pottwale fanden Wissenschaftler ein Fischernetz. Plastik macht mittlerweile über die Hälfte des Mülls an den Stränden der Nord- und Ostsee aus.

Der Wellengang und die UV-Strahlung zerkleinern den schwimmenden Plastikmüll in mikroskopisch kleine Teilchen – sogenanntes Mikroplastik. Doch auch in Kosmetika steckt Mikroplastik in Form von winzigen Perlen oder Granulaten. Zu klein, um aus unseren Abwässern gefiltert zu werden, gelangen diese über die Flüsse ins Meer. Dort sammeln sich an den Partikeln Umweltschadstoffe, teils in hoher Konzentration. Forscher haben längst Mikroplastik in Plankton, Muscheln und Garnelen nachgewiesen – auch in Nordseefischen wie Makrele, Hering oder Flunder. So landen giftige Plastikabfälle über die Nahrungskette unter Umständen wieder auf unserem Teller.

Verbraucher und Politik können ihren Teil beitragen, denn vielerlei Plastik lässt sich aus unserem Alltag verbannen: an erster Stelle Mikroplastik in Kosmetika, aber auch typisches Wegwerfplastik wie Einwegflaschen, To-Go-Kaffeebecher, Verpackungen oder Einwegtüten. Die Deutschen verwenden beispielsweise pro Jahr 76 Plastiktüten, nicht eingerechnet die dünnen Obst- und Gemüsebeutel. „Viel zu viele“, sagt Schöttner. „Wir brauchen dringend eine gesetzliche Regelung gegen Einwegtüten – sowie ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetika. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie und Händler reichen nicht.“

Protestbriefe gegen CETA und dessen vorläufige Anwendung

„Ich kann keine Politiker/innen wählen, die CETA zustimmen.“

Briefe mit dieser Aussage sind an Frau Merkel, Herrn Gabriel, Herrn Schulz und Herrn Lange gerichtet und können von Bonner Bürgern am Samstag, dem 19. März am Informationsstand auf dem Bottlerplatz zwischen 11 und 15 Uhr unterschrieben werden.

Die EU-Kommission hat kürzlich angekündigt, das Handelsabkommen mit Kanada ‚vorläufig‘ anzuwenden, noch bevor die 28 nationalen Parlamente darüber abgestimmt haben. Unsere Volksvertreter der großen Parteien spielen dabei mit, obwohl sie uns vorher das Gegenteil versichert haben.

Diese Protestbriefe wurden in den letzten 14 Tagen bereits von über 200 Bonner Bürgern/-innen unterschrieben. Schon im Juni 2015 hatte der Bonner Stadtrat einen Beschluss gefasst, mit dem die ‚Handelsabkommen neuen Typs‘ CETA, TTIP und TiSA abgelehnt wurden.

Stand m.Hase 19.3. CIMG1749

Das Bonner Bündnis gegen TTIP/CETA/TiSA, in dem die lokalen Gruppen von Greenpeace, Mehr Demokratie, attac, BUND und DAZ zusammen arbeiten, richtet diesen Informationsstand ein und antwortet gern auf alle Fragen der Passanten. Gut sichtbar ist der Stand durch einen Osterhasen mit zwei großen Ballons und zwei Schildern „TTIP – CETA – diese faulen Eier lassen wir uns nicht unterschieben!“ und „Wer TTIP ablehnt, muss CETA verhindern.“