Müllsammelaktion am Rhein, gemeinsam mit dem WDR am 08.07.16

Mikroplastik, eine unsichtbare Gefahr

Was ist eigentlich Mikroplastik? Von welcher Größe ist hier die Rede? Diese Frage stellten wir von der Greenpeacegruppe Bonn uns am Freitag, während wir am Rhein innerhalb kürzester Zeit wieder einmal zwei große Taschen voller Plastik und anderem Müll sammelten.unspecifiedP2VF8UIJDass solche Kunststoffpartikel sehr klein sein müssen, verät schließlich schon der Begriff „Mikroplastik“ selbst. Doch gibt es auch eine genauere Größendefinition? – Ja, die gibt es: Laut Angaben des BUND (2016) sind unter Mikroplastik ebensolche Kunststoffpartikel zu verstehen, die einen Durchmesser von „weniger als fünf Millimeter“ aufweisen. Diese Definition sei „allerdings unbeständig und hat nach unten keine Grenze“, wie im BUND-Einkaufsratgeber nachzulesen ist.

Oft sprechen wir von einer unsichtbaren Gefahr. Nämlich genau dann, wenn Mikroplastik durch Sonneneinstrahlung, Wellenschlag oder andere Einflüsse dem Verwitterungsprozess ausgesetzt ist und größere Grundmaterialen in kleinste Teilchen zerfallen, die oft nur noch unter dem Mikroskop sichtbar sind. Man spricht in diesem Falle von sekundärem Mikroplastik. Diese kleinsten Teilchen stellen die tatsächliche Gefahr dar, denn sie können von unseren Kläranlagen nicht gefiltert werden und gelangen so aus den Abwässern in die Umwelt. Über unsere Flüsse können auf diese Weise zahlreiche Mikroplastikteilchen bis in die Meere transportiert werden, wo sie bis zu mehrere Jahrzehnte verbleiben. Mit den Meeresströmungen verbreiten sie sich schließlich über den ganzen Ozean. Sogar in weitestgehend oder vollkommen unberührten Landschaften, wie zum Beispiel in der Arktis, wurde bereits Mikroplastik vorgefunden. Mikroplastik schwimmt nicht nur an der Oberfläche des Wassers, sondern wurde bereits in allen Tiefen des Meeres sowie in zahlreichen Kleinstlebewesen nachgewiesen, welche die winzigen Partikel über ihre Nahrung aufnehmen. Viele dieser Kleinstlebewesen, wie Zooplankton, Muscheln, oder Würmer, stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Fische dar, welche wiederum zu unserer eigenen Ernährung dienen. Laut BUND (2016) gilt, „je kleiner das Plastik ist, desto höher ist die Anzahl der betroffenen Tiere, die sie mit ihrer Nahrung aufnehmen“.

Ein großes Problem stellen dabei insbesondere Kosmetika dar.  Verschiedenste Kunststoffe werden nämlich als Schleif-, Binde- sowie Füllmittel oder als Filmbinder verwendet. Ein Blick auf die  Liste der „10 Tipps zur Vermeidung von Plastik“ sowie auf die Produktliste vom BUND (2016) lohnt sich, um weniger Plastikmüll zu produzieren und auch die eigenen Kosmetika Zuhause einmal genauer auf ihre Inhaltsstoffe zu untersuchen.unspecifiedPBN5HOQ1Auch wenn wir erfolgreich ein kleines Stück des Ufers entlang des Rheins von Müll befreien konnten, war die Aktion wieder einmal ziemlich schockierend. Wir haben in viel zu kurzer Zeit auf viel zu kleinem Raum viel zu viel Müll vorgefunden. Leere Taschen wären uns bei dieser Aktion sehr viel lieber gewesen.

Umso mehr freuen wir uns, dass das Team der WDR Servicezeit rund um die Moderatorin Yvonne Willicks unsere Aktion in einen Beitrag einbauen möchte und somit einen erheblichen Teil zur Umweltbildung beiträgt. Auf diesem Wege noch einmal Danke für die Unterstützung. Wir hatten eine Menge Spaß und freuen uns auf den Beitrag!

unspecifiedQ5QU0YJE

Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) (2016): Mikroplastik. Die Unsichtbare Gefahr. Der BUND-Einkaufsratgeber. Abrufbar unter: https://www.greenpeace-bonn.de/wp-content/uploads/2016/07/bund_meeresschutz_mikroplastik_produktliste.pdf (letzter Abruf: 10.07.16).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.