Alle Beiträge von Leonie Schmidt

Lebensmittel wertschätzen statt wegwerfen

Dies ist der Titel eines Flyers, mit dem Greenpeace Bonn Verbraucher und Einzelhändler dazu auffordern möchte, die Vernichtung von unter hohem Aufwand hergestellten Lebensmitteln einzudämmen.

Das System unserer Lebensmittelproduktion und -verwendung wird stets dann hinterfragt, wenn ein Skandal aufgedeckt wird. Doch ist nicht das massenhafte tägliche Wegwerfen von genießbaren Lebensmitteln auch ein Skandal? Mit unserem Flyer informieren wir über die globale Dimension und die Auswirkungen dieses Verhaltens. Außerdem geben wir Tipps, was jeder Einzelne tun kann, um Verschwendung zu vermeiden.

Und wir machen noch mehr: Wir besuchen Bonner Supermärkte und sprechen mit den Geschäftsführern, um zu erreichen, dass diese in ihren Geschäften verderbliche Ware rechtzeitig zu reduziertem Preis verkaufen. Ein bislang häufig gehörtes Gegenargument ist: „Die Bonner Konsumenten wollen das nicht.“ Doch wir meinen, dass nicht nur die vielen Studenten und anderen Gruppen mit geringen Einkommen in Bonn ein solches Vorgehen begrüßen würden.

Helfen Sie uns, Lebensmitteln wieder einen Wert zu verschaffen!

Buchenwälderschutz ist Klimaschutz

Am 16. März informierten Aktivisten von Greenpeace Bonn im Hofgarten über den Zustand des Spessart in Bayern. Wie im vergangenen Jahr konnten interessierte Passanten außerdem eine Baumpatenschaft übernehmen.

Trotz – wieder einmal – widriger Wetterverhältnisse interessierten sich viele Vorbeispazierende für  das Thema Waldschutz und mehrere Dutzend übernahmen  Patenschaften für eine Buche. Die Problematik, auf die Greenpeace Bonn mit dem Infostand aufmerksam machen wollte:

Weniger als ein Prozent der Fläche Deutschlands ist heute von Buchenwäldern bedeckt. Diese Wälder, die das Potenzial haben die Urwälder von morgen zu sein, werden teilweise gerodet, um an billiges Holz zu kommen. Doch das könnte uns teuer zu stehen kommen: Buchen nehmen pro Jahr bis zu eine Tonne CO2 auf und kompensieren so zumindest teilweise unsere Emissionen.

Greenpeace fordert daher eine nachhaltigere Forstwirtschaft. Lesen Sie mehr dazu im Blog.

Kohlekraftwerk „BoAplus“ ist nicht mit Klimaschutzgesetz vereinbar

Am Sonntag, den 3.3.2013 demonstrierten 70 Greenpeace-Aktivisten aus elf Städten vor dem Braunkohlekraftwerk in Niederaußem, darunter auch zehn aus Bonn. Anlass des Protests waren die Pläne des Konzerns RWE, ein weiteres 1.100 Megawatt-Kraftwerk mit dem Namen „BoAplus“ zu bauen. Auf unserer Webseite berichteten wir bereits darüber.

Während der Busfahrt von Düsseldorf aus brachten Mitglieder der Kampagne gegen das Kraftwerk ihre Kollegen auf den neuesten Stand. Anschließend informierte Karl-Heinz Ochs von der Bürgerinitiative über die Umsiedlung des Ortes Manheim. Besonders betroffen sind ältere Bewohner, denen lediglich der Zeitwert ihres Hauses ersetzt wird. Dadurch bleibt ihnen oft nur noch eine Mietwohnung, in der sie sich entwurzelt fühlen.
Bald darauf konnten die Umweltschützer in Manheim mit eigenen Augen die abgerissenen Straßen sehen. Selbst der Friedhof mitsamt der Toten unter der Erde soll umziehen.
03.03.2013 © Siegfried Lubitzki, Greenpeace Köln

Als Nächstes fuhren sie zu dem Aussichtspunkt Tagebau Hambacher Forst. Das wenige, was von dem mehrere Hektar großen Waldgebiet mit alten Buchen und Eichen übrig geblieben ist, wird ebenfalls bald für die Braunkohle abgeholzt werden. Stattdessen kann man hier in ein bis zu vierhundert Meter tiefes Loch blicken, das wie eine Mondlandschaft bis zum Horizont reicht.
Als Höhepunkt dieses ungewöhnlichen Sonntagsausflugs entrollten die Umweltschützer vor den qualmenden Schornsteinen des Braunkohlekraftwerks in Niederaußem ein 10 mal 1,5 Meter großes Banner, mit der Aufschrift: „RWE blockiert die Energiewende. Schluss mit BoAplus!“

03.03.2013 © Siegfried Lubitzki, Greenpeace KölnUm den Energiemix von RWE zu veranschaulichen, hatte eine Aktivistin eine wagenradgroße Torte gebacken. Eine Garnierung aus Schokolade und Gummibärchen veranschaulichte die Anteile der einzelnen Energieformen von RWE: dunkelbraun Steinkohle, hellbraun Braunkohle, gelb Atom, blau Gas, weiß Erdöl und grün Erneuerbare, letztere stellten ein noch verschwindend geringes Stück dar. Mit dieser Aufteilung waren die Umweltschützer nicht zufrieden, daher verspeisten sie das Tortendiagramm.

        Greenpeace fordert:

  • kein Neubau von Kohlekraftwerken
  • Ausstieg aus der Braunkohle bis 2030
  • Erlass eines Kohleausstiegsgesetzes
  • Ausbau der erneuerbaren Energien

Charlotte Brinkmann

DETOX=Entgiften

undzwar von Kleidung, die wir kaufen. Vielleicht kommt Ihnen dieser Slogan bereits bekannt vor: am 24.11. beteiligte Greenpeace Bonn sich nicht zum ersten Mal am Protest gegen die Verwendung giftiger Chemikalien bei der Kleidungsproduktion. In den vergangenen Jahren hatten sich bereits namhafte Firmen wie H&M aufgrund des öffentlichen Drucks durch die Greenpeace-Kampagne DETOX zur giftfreien Produktion ihrer Kleidung verpflichtet. Am vergangenen Samstag richtete sich der weltweite Protest vor allem an die Modekette ZARA.

In Bonn machte eine Gruppe der Greenpeace-Jugend mit einem selbstgedichteten Song und einer Ansprache per Megaphon Passanten auf die Problematik aufmerksam.

Gleichzeitig verteilten Aktivisten von Greenpeace Bonn an der Ecke Sternstraße/Bonngasse den neuen kostenlosen Ratgeber „Textil-Label unter der DETOX-Lupe“.

150 Passanten unterschrieben außerdem die an ZARA gerichteten Postkarten, welche die  Jugendgruppe anschließend der nahe gelegenen Filiale überreichte.

Auch dieses Mal hat der Protest von Bloggern,Verbrauchern und Greenpeace-Aktivisten zu einem großen Erfolg geführt: ZARA hat sich bereits verpflichtet, bis 2020 alle gesundheitsschädlichen Stoffe aus der Herstellung zu verbannen.

Fortsetzung folgt…

 

 

Paten gesucht…

…und gefunden. In vierzig deutschen Städten suchten Greenpeace-Aktivisten am 27.10. Paten für alte Buchen im bayerischen Spessart. Im Frühjahr hatte die Umweltschutzorganisation dort Einschläge entdeckt, die gegen das nationale und europäische Naturschutzrecht verstoßen.

Vor zwei Wochen hat Greenpeace zum zweiten Mal ein Camp im bayerischen Spessart errichtet, um den Bestand der Buchen zu kartieren. Das ist notwendig, weil die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) die entsprechenden Daten nicht veröffentlichen wollen.

Andere alte Buchenwälder, wie z.B. im hessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee, wurden im Jahr 2011 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Doch auch im Spessart ist ein Großteil der Buchen etwa 180 Jahre alt. Und die wenigen geschützten Wälder, die es bis jetzt gibt, reichen nicht aus, um die nationalen und internationalen Ziele zum Schutz der Artenvielfalt umzusetzen. Außerdem leisten die alten Buchenbestände einen großen Beitrag zum Klimaschutz, da sie Kohlenstoff speichern.

Deswegen fordert Greenpeace einen sofortigen Einschlagstopp für alle öffentlichen Buchenwälder, die mehr als 140 Jahre alt sind.

Aktivisten vermittelten kostenlose Patenschaften für alte Buchen, um diesen Bäumen symbolisch Schutz zu bieten und die Forderung nach mehr Schutzgebieten zu verbreiten. Auch in Bonn gab es, trotz winterlicher Temperaturen, viele Interessenten, die nun stolze Besitzer einer Patenschaftsurkunde mit den Koordinaten „ihres“ Baumes sind.

Protest gegen den Anbau von Gen-Weizen

 Angezogen durch auffällige Plakate blieben vergangenen Samstag viele  Passanten am   Infostand von Greenpeace Bonn stehen. Wir informierten über den vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik (IPK) geplanten Anbau von gentechnisch verändertem Weizen in Sachsen-Anhalt. Bei diesem Freilandexperiment sollen Eigenschaften des in Korn- und Proteingehalt manipulierten Getreides festgestellt und geprüft werden.

Einige Bürger zeigten sich wegen des geringen Sicherheitsabstandes dieses Versuchsfeldes zu anderen Anbauflächen besorgt. Viele Passanten machten außerdem deutlich, dass sie den Anbau von Gen-Weizen grundsätzlich ablehnen, da sie damit möglicherweise verbundene Gesundheitsrisiken fürchten.

Um ihre Ablehnung und Besorgnis zu bekräftigen, unterzeichneten deswegen mehrere hundert Leute die Einwendung des Umweltinstitutes München. Greenpeace Bonn hat die gesammelten Unterschriften an das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gesendet.