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Arctic GAT und Beluga in Bonn, Juni 2015

Beluga_Bonn, Juli 2015
Die Beluga II am Brassertufer in Bonn

Bonn versus Shell

Wenn Shell in der Arktis bohrt, werden sie irgendwann dort Öl wegwischen müssen. Greenpeace-Aktivisten sammeln daher für einen riesigen Lappen. In Bonn und in über 50 weiteren Städten in ganz Deutschland, waren deshalb am Anfang Juli zahlreiche Aktivisten unterwegs. Darüber hinaus war das Greenpeace-Schiff Beluga II anlässlich der Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees für eine Woche in Bonn, da die Shell-Bohrungen auch das Weltnaturerbe Wrangel-Insel gefährden.

Beluga Putzlappen
Kleiner Eisbär © Anna Poth

Vor Ort sammelten die Aktivisten Stoffreste für den größten Putzlappen der Welt. Passanten konnten ihre persönliche Botschaft an den Ölkonzern Shell auf die Stoffreste schreiben. Tausende Lappen werden dann bald zu einem riesigen Feudel zusammengenäht und Shell übergeben. Absurd? Ja, gewiss. So absurd wie der Glaube, die Arktis könne im Falle eines Ölunfalls wieder gesäubert werden. Trotzdem will Shell in diesem Jahr vor der Küste Alaskas erneut nach Öl suchen. Der genehmigte Zeitraum für die Bohrungen hat am 1. Juli begonnen. Die Bohrinsel Polar Pioneer sowie das Bohrschiff Noble Discoverer sind auf dem Weg nach Norden zur Tschuktschensee. Die Unesco zieht die Bremse Auch das Unesco-Welterbekomitee fordert von der US-amerikanischen Regierung einen Stopp der geplanten Bohrungen vor Alaskas Küste: Zunächst müssten eventuelle Auswirkungen eines Ölunfalls auf das nah gelegene Naturreservat Wrangel-Insel in der russischen Arktis vollständig erfasst und dem Komitee vorgelegt werden, hieß es am 1. Juli auf der Welterbekonferenz in Bonn. Die Wrangel-Insel gilt als Arche Noah der Arktis und ist eine wichtige „Eisbären-Kinderstube“. 2004 wurde sie in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbestätten aufgenommen. Sollte es bei Shells Ölbohrungen zu einem Unfall kommen, könnte das Öl innerhalb weniger Wochen die Küsten der Insel erreichen.

Unfallrisiko: 75 Prozent

Sollte der Konzern Öl finden und fördern, ist mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit mit mindestens einem schweren Unfall zu rechnen. Davon gehen die Fachleute der US-Behörde Bureau of Ocean Energy Management aus – derselben Behörde, die Shells Probebohrungen genehmigt hat. Schon diese Probebohrungen gefährden tausende Wale und Robben, denn seismische Tests, Bohrungen und Eisbrecher führen zu einer enormen Lärmbelastung. Der riesige Feudel der Greenpeace-Aktivisten soll Shell daran erinnern, was dann fällig wird. Wer sich an der Putzlappen-Aktion beteiligen möchte, kann seinen Stoffrest noch bis zum 31.08.15 per Post einschicken: Greenpeace e.V., Stichwort „Arktis-Putzlappen“, Rethedamm 8, 21107 Hamburg.

 

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Kostenlose Besichtigung der Beluga – 02. bis 08. Juli, Brassertufer, Bonn

Beluga am Brassertufer, Bonn

Sie ist endlich da, unsere Beluga II. Nach einigen technischen Schwierigkeiten hat die Beluga, eines unserer Greenpeace-Boote, es jetzt doch nach Bonn geschafft. Sie liegt ab heute, den 02.07. bis einschließlich Mittwoch, den 08.07., am Brassertufer. Als unser Allroundtalent begleitet sie seit 2004 auf Flüssen, Nord- und Ostsee unsere Kampagnen, dient als Labor, öffnet als Infostand und Ausstellungsraum ihre Tore. Auch ihr seid herzlich eingeladen an einer der kostenlosen Bootsführungen, welche täglich zwischen 10.00 und 13.00 Uhr sowie 14.00 und 18.00 stattfinden, teilzunehmen.

Im Laderaum der Beluga zeigen Ausstellungen und Veranstaltungen, was Greenpeace zum Schutz der Arktis tut, denn dieses faszinierend schöne und hochsensible Ökosystem ist bedroht. Der Klimawandel hinterlässt deutliche Spuren – das Eis schmilzt. Die bitterböse Ironie ist, dass die Ölindustrie, die den Klimawandel maßgeblich vorantreibt, nun von der Eisschmelze profitiert. Die Arktis wird zunehmend frei für Ölbohrungen! Der russische Konzern Gazprom ist bereits am Werk und Shell erhielt die offizielle Erlaubnis von der US-Regierung, in der Arktis nach Öl zu suchen.

Dabei bietet die Arktis nicht nur Eisbären, Polarfüchsen und den indigenen Völkern des Nordens einen Lebensraum, auch der Rest der Welt ist auf das ewige Eis angewiesen. Es reguliert unser Klima. Greenpeace kämpft seit Langem für den Schutz der Arktis: Zum Beispiel mit Expeditionen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu erkunden, oder Aktionen an Ölplattformen.

Kommt vorbei und schaut euch die Ausstellung an Bord der Beluga an. Wir stehen euch gerne für jegliche Fragen zur Verfügung. Und wenn ihr schon mal da seid, dann schaut doch auch bei unserer Putzlappen-Aktion vorbei. Ganz nach dem Motto NO DRILLING IN THE ARTIC! STOP SHELL möchte Greenpeace Shell den weltgrößten Putzlappen überreichen! Dieses Ziel zu erreichen ist jedoch gar nicht so einfach – wir wollen 30.000 einzelne Lappen zusammen bekommen, die dann zusammen genäht werden. Deshalb sind wir auf eure Hilfe angewiesen und freuen uns, wenn ihr am 04.07. eure eigenen Putzlappen mitbringt und diese mit uns bemalt.

Greenpeace Kleidertauschparty

Ein bunter Nachmittag gegen Konsum

Kleidertauschparty_Bericht1

Am Samstag, den 13. Juni veranstaltete Greenpeace Bonn von 17 – 20 Uhr im Café La Victoria eine Kleidertauschparty. Viele schöne aber nicht getragene Kleidungsstücke wechselten die Besitzer. Der eigene Kleiderschrank ist nun aufgeräumt und mit neuen Lieblingsteilen ausgestattet.

Rund 40 Prozent der Kleidung in unserem Schrank tragen wir selten oder nie. Trotzdem kauft jeder Deutsche im Schnitt 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr hinzu. Doch mit jedem neuenT-Shirt oder Kleid landen giftige Chemikalien in den Gewässern der Produktionsländer wie China, Indonesien, Bangladesch oder Mexiko. Über 50 Prozent des Frischwassers in China ist mit Chemikalien verunreinigt. Billige Massenware heizt den Konsum neuer Kleidungsstücke an und verschärft das Problem.

Kleidung tauschen statt neu kaufen ist eine von vielen Alternativen. Statt im Müll zu landen, erhält die alte Kleidung ein neues Leben. Das hübscht nicht nur die Auswahl im Kleiderschrank auf, sondern schont auch die Umwelt und den Geldbeutel. Eltern haben längst die Vorteile von Secondhandware entdeckt. Aber auch Jugendliche wollen schicke Mode, die günstig ist.

 

Dein Putzlappen für den Arktis GAT – 04.07.15 am Brassertufer, Bonn

Raus aus der Arktis!

Header Shell 4.7.15

Das arktische Eis schmilzt durch den Klimawandel im Rekordtempo. Zur Freude von Ölkonzernen wie Shell: Die in der Arktis vermuteten Öl- und Gasvorkommen rücken in vermeintlich greifbare Nähe.

Die Risiken für die Umwelt sind extrem: Sollte Shell in der Tschuktschensee Öl finden und mit der Förderung beginnen, schätzt die US-Regierung die Wahrscheinlichkeit für einen oder mehrere schwere Unfälle während des Förderzeitraums von 51 Jahren auf 75 Prozent. Trotzdem hat die US-Regierung Shell leider die offizielle Erlaubnis erteilt, in der Arktis nach Öl zu suchen.

Das wollen wir (Greenpeace Bonn) gemeinsam mit mindestens 40 anderen Städten verhindern und beteiligen uns dafür an einem Aktionstag, der im Rahmen einer internationalen Aktionswoche statt finden soll. Als rein deutsche Aktivität findet derzeit eine Putzlappensammelaktion statt, an der auch Du teilnehmen kannst. Auch in anderen Ländern gibt es weitere Aktivitäten unter dem Motto „People vs. Shell“.

Ganz nach dem Motto NO DRILLING IN THE ARCTIC! STOP SHELL möchte Greenpeace Shell den weltgrößten Putzlappen überreichen! Dieses Ziel zu erreichen ist jedoch gar nicht so einfach – wir wollen 30.000 einzelne Lappen zusammen bekommen, die dann zusammen genäht werden! Also bitte helft uns und sammelt, sammelt, sammelt…

Am 04.07. sind wir dafür unterwegs und versuchen so viele Putzlappen wie nötig zusammen zu kriegen – besucht uns dafür am Brassertufer in Bonn (in der Nähe vom Alten Zoll)  und bringt gerne eigene Putzlappen mit, die ihr dann mit uns bemalen könnt!
Dort liegt seit heute, den 02.07., auch die Beluga, eines unserer Greenpeace-Boote, an. Ihr findet sie noch bis einschließlich Mittwoch, den 08.07. am Anlieger 7 am alten Zoll. Kostenfreie Führungen über das Boot werden täglich zwischen 10.00 und 13.00 Uhr sowie von 14.00 bis 18.00 Uhr angeboten! Kommt vorbei – wir freuen uns auf euch!

Weitere Informationen zu „Shell in der Arktis“ findet ihr hier: shell_in_der_arktis_20150406-1

 

Studis dreh’n am Rad – es geht in die fünfte Runde

Es ist mal wieder soweit. Das 5. Sommerfest von Studis dreh’n am Rad steht am 27.06.2015 an!

Studis dreh'n am Rad

Zusammen mit 8 weiteren Bonner Hochschulgruppen zeigen wir wieder aufs Neue, dass engagierte Studenten gemeinsam viel bewegen können. Feiert mit uns am Alten Zoll! Schwingt das Tanzbein zu grandioser Live-Musik, probiert bei den Workshops neue Sachen aus und lernt auf einen Schlag die Arbeit von 9 unterschiedlichen Bonner Hochschulgruppen kennen. Los geht’s um 14 Uhr, das Ende ist um 22 Uhr.
Wie immer: umsonst & draußen!

Weitere Infos: www.facebook.com/events/1610277605882880/

BlackIce – ein durchaus sehenswerter Dokumentarfilm.

Viele Fragen, nachgetragene Antworten.

‘Black Ice’ erzählt die Geschichte der ‘Arctic30 ’, einer Gruppe von Umweltaktivisten, denen in Russland der Prozess gemacht wurde. Dies ist nicht irgend eine Geschichte, sondern eine von denen, die auch nach der Kinovorstellung noch den ein oder anderen Gedanken auslösen. 

Somit hatten die Bonner Kinobesucher im „Rex Bonn“ letzte Woche noch viele Fragen, die leider nicht wie geplant von einem Tatzeugen von Greenpeace beantwortet werden konnten. Nach einem unterhaltsamen und spannenden sowie informationsreichen Einblick hinter die Kulissen wäre eine Diskussionsrunde mit einem der Aktivisten nicht nur von Seiten der Kinobesucher wünschenswert gewesen. Nach kurzfristiger Absage, ist die Greenpeacegruppe Bonn eingesprungen, um bestmöglich Rede und Antwort zu stehen.

Jetzt möchten wir noch einmal nachträglich die Fragen beantworten, die während der Diskussion im Kinosaal aufkamen und leider nur teilsweise beantwortet werden konnten. Matthias Flieder war bis vor kurzem noch Gruppenkoordinator in Bonn, hatte jedoch kürzlich die Möglichkeit nach Hamburg versetzt zu werden. Als Arktis-Campaigner konnte er uns die Fragen beantworten, die nach der Kinovorstellung aufkamen:

1) Wie haben Gazprom und Putin auf den Dokumentarfilm reagiert?
Uns sind keine Reaktionen bekannt.

2) Der Film endet mit der Freilassung der Greenpeace-Aktivisten, die Arctic Sunrise ist jedoch noch viele Monate in Russland gewesen.
In welchem Zustand befand sich das Schiff, als es zurückgegeben wurde? War es beschädigt oder demontiert?
Das Schiff war in keinem guten Zustand und nicht seetauglich, da Teile der Bordelektronik entwendet oder zerstört worden waren. Es dauerte insgesamt vier Wochen bis die neue Crew das Schiff wieder seetauglich gemacht hatte. Jetzt ist die Arctic Sunrise wieder für Greenpeace im Einsatz.

3) Wie ist das Gerichtsverfahren in Hamburg ausgegangen?
Der Internationale Seegerichtshof hat Russland am 22.11.2013 aufgefordert die inhaftierten Aktivisten freizulassen und die Arctic Sunrise wieder freizugeben.

4) Was ist mit den USA? Macht Greenpeace auch gegen die USA Aktionen in der gleichen Art oder vornehmlich gegen Russland und Putin?
Greenpeace hat keine Aktionen gegen Russland gemacht, sondern gegen Gazprom und alle anderen Konzerne, die in der Arktis nach Öl bohren wollen, wie etwa Shell. Kürzlich erst haben Greenpeace-Aktivisten 123 Stunden lang die von Shell gecharterte Bohrinsel Polar Pioneer besetzt und damit auf die geplanten Ölbohrungen vor Alaska aufmerksam gemacht. Der Arktis-Schutz steht im Vordergrund der Greenpeace-Kampagne.

5) Wie viel Öl stammt prozentual aus der Arktis? Für wie lange würde das in der Arktis vorhandene Öl ausreichen bis es erschöpft ist?
Auch wenn die Datenlage in der Arktis schwer ist, gehen die meisten Experten von 90 Milliarden Barrel Öl aus, die in der Arktis gefördert werden könnten. Das würde reichen, um den weltweiten Bedarf an Öl für ca. 3 Jahre zu decken. Aus unserer Sicht viel zu wenig, um diese hohen Risiken einzugehen. Zumal der Klimawandel nur gestoppt werden kann, wenn wir so wenig fossile Rohstoffe verbrennen wie möglich.

6) Gibt es Schadensersatzforderungen von GP an die russische Seite?
Finanzielle Entschädigung ist nicht gefordert worden.

7) Bestehen weitere Gerichtsverfahren, die noch nachträglich stattgefunden haben, aber im Film nicht aufgegriffen wurden?
Greenpeace hat im Namen der Arctic30 am 17.03.2014 Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht.

8) Was ist mit der Ölplattform passiert, nachdem GP dort protestiert hat?
Die Ölplattform Prirazlomnaya ist nach wie vor an ihrem Bestimmungsort in der Petschorasee und fördert seit Dezember 2013 Öl, das mit Tankern von dort nach Rotterdam gebracht wird. Am 01. Mai 2014 kam dort der erste Tanker an.

9) Hat Russland auf das Urteil des Seegerichtshofs reagiert? -> Abschwächung von Piraterie auf Hochsee?
Russland hat das Urteil nicht anerkannt mit der Begründung, dass der Internationale Seegerichtshof nicht zuständig sei, da die Besatzung der Arctic Sunrise gegen internationale und russische Gesetze verstoßen habe. Russland hat das ganze Verfahren vor dem Urteilsspruch boykottiert.

10) In welchen deutschen Städten wird der Film wann gezeigt? Ist dann ein Aktivist vor Ort?
Die Termine werden nicht zentral erfasst, sondern von den Gruppen lokal/regional organisiert. Derzeit gehen wir nicht davon aus, dass es noch Termine mit einem Aktivisten vor Ort geben wird.

Hiermit entschuldigen wir uns noch einmal für die Umstände und hoffen, dass nun alle Fragen beantwortet sind. Sollten weitere Fragen aufkommen, können Sie sich gerne persönlich bei uns melden. Und alle, die den Film noch nicht gesehen haben, sollten dies schnellstmöglich nachholen. Es lohnt sich!

 Weitere Infos zum Film: http://blackicemovie.net/

Trailer on YouTube:  http://youtu.be/ZnqN6AaFE_I

Trailer on Vimeo:  https://vimeo.com/97414641