Archiv der Kategorie: Energie
Arctic 30 weiterhin in Haft
Seit dem 19. September werden 28 internationale Greenpeace-Aktivisten sowie zwei Bildjournalisten von den russischen Behörden festgehalten – wegen friedlicher Greenpeace-Proteste an einer Gazprom-Ölplattform in der arktischen Petschorasee. Fordern Sie mit uns ihre sofortige Freilassung: https://service.greenpeace.de/themen/oel/mitmach_aktionen/aktion/protest_e_mail/freilassung_der_greenpeace_aktivisten/
Foto: Monika Mehnert / Greenpeace Bonn
Auch in Bonn haben wir wieder Unterschriften für die Freilassung der Umweltschützer gesammelt, wie hier auf dem Remigiusplatz am 19. Oktober.
Greenteam Arktis-Tag
von Julia Prume
Umweltschutz geht nur Erwachsene an? Von wegen – an einem verregneten Samstag im September bewiesen 16 junge BonnerInnen im Alter von 9-14 Jahren das Gegenteil.
Die jungen Umweltschützer sind nicht damit einverstanden, dass der Lebensraum des Eisbären und vieler weiterer ans Meer angepasster Tiere wie Fische, Vögel und Meeressäuger aufs Spiel gesetzt werden soll. Die globale, anthropogene Erwärmung führt an den Polen zu einer Eisschmelze und reduziert u. a. das Packeis der Arktis. Dies ermöglicht den Zugang zu neuen Fischgründen und Rohstoffen. Ein hohes Risiko birgt die Ölförderung. Käme es zu einem Ölunglück, gäbe es keine angemessene Möglichkeit, den Schaden zu beheben – dies haben Ölkatastrophen in der Vergangenheit bereits gezeigt, unzählige Tiere starben qualvoll. Nun kann man sich die Überforderung angesichts einer Katastrophe in einem extremen Lebensraum wie der Arktis nur zu gut vorstellen. Hier könnte ein Katastrophengebiet über Monate nicht zugänglich sein, da die in den Sommermonaten noch zugänglichen Flächen im Winter vereist sind. Zudem könnten Mikroorganismen das Öl aufgrund der Kälte schlechter zersetzen.
Vor diesem Hintergrund sammelten die Kinder im Rahmen des am 14.09.2013 stattfindenden bundesweiten Greenteam-Aktionstags fast 300 Unterschriften für ein Schutzgebiet „Hohe Arktis“, innerhalb dessen jegliche industrielle Nutzung verboten sein soll. Angezogen wurden die Passanten am Remigiusplatz durch große Banner und einen kreativ geschmückten Stand.
Die Unterschriften sollen Anfang November 2013 der neuen Bundesregierung überreicht werden. Ziel ist es, 25.000 Unterschriften zu sammeln, da dies der Größe der derzeitigen Eisbärenpopulation entspricht.
Wer gerne einem Eisbären symbolisch seinen Namen geben möchte, ist herzlich eingeladen, folgende Seite aufzurufen:
http://www.kidsfuerdiearktis.greenpeace.de/index.php
Wer mehr über Greenteams, Kinder von 9-14 Jahren, die sich in Kleingruppen zusammenschließen, um gemeinsam Umweltprobleme zu entdecken und aufzuklären, erfahren möchte, wird hier fündig:
http://kids.greenpeace.de/mitmachen
Tag der Solidarität mit den „Arctic 30“
Am 5. Oktober war ein Tag zur Solidarisierung mit der festgenommenen Crew der Arctic Sunrise. In 45 Ländern weltweit wurde protestiert. Die russische Küstenwache hat in internationalen Gewässern die gesamte Besatzung des Schiffes inhaftiert. Zwischen zwei Monate und 15 Jahre müssen diese jetzt wohl in Gefangenschaft bleiben. Grund war der Versuch einer friedlichen Protestaktion an einer Ölplatform von Gazprom. Die Verhinderung von Ölbohrungen in der Arktis ist nicht nur eine Verhinderung von Ölkatastrophen, sondern auch eine Reduzierung des Klimawandels, denn je mehr fossile Brennstoffe unberührt bleiben, desto geringer wird die globale Erwärmung in Zukunft ausfallen. Auch ein zehntel Grad verhinderte Erderwärmung kann ausschlaggebend sein, wenn es darum geht, die riskanten Kipppunkte im Klimasystem nicht zu überschreiten. Mit bandenmäßiger Piraterie hat die Protestaktion also nichts zu tun. Das Foto zeigt unseren Protest in Bad Godesberg. Passanten hatten die Möglichkeit, sich mit den „Arctic 30“ zu solidarisieren.
Protest vor russischem Konsulat
Jetzt im September ist das arktische Meereis wieder auf dem Jahresminimum und es stellt sich immmer mehr die Frage: Wird die Arktis zum Schutzgebiet erklärt, oder dürfen Konzerne die Ressourcen des sensiblen Ökosystems ausbeuten? Wenn es nach Russland und vielen anderen Staaten ginge, dürfte riskiert werden, dass sich in der Arktis schlimme Ölkatastrophen ereignen und dass der Klimawandel noch weiter angeheizt wird.
Bei einer friedlichen Protestaktion in internationalen Gewässern, hat die russische Küstenwache hart durchgegriffen. Die gesamte Crew der Arctic Sunrise wurde mit Waffen bedroht und verhaftet. Das Schiff wurde in den Hafen von Murmansk abgeschleppt. Alle 30 Greenpeace-Aktivisten und -mitglieder kommen für mindestens zwei Monate in Untersuchungshaft. Ihnen wurde Piraterie vorgeworfen. Selbst zwei freie Fotoredakteure sind nicht von dieser Strafe verschont.
Daher haben wir das russische Konsulat in Bonn besucht und den Generalkonsul in einem Schreiben dazu aufgefordert, sich für die Freilassung der Aktivisten, des Schiffes und gegen arktische Ölbohrungen einzusetzen. Mit knapp zehn Ehrenamtlichen von Greenpeace Bonn haben wir dort einige Stunden protestiert. Weltweit solidarisieren sich Menschen mit den Aktivisten, die in Einzelkäfigen ausharren müssen.
Hier kann man einen Appell an den russischen Botschafter unterzeichnen: https://service.greenpeace.de/themen/oel/mitmach_aktionen/aktion/protest_e_mail/freilassung_der_greenpeace_aktivisten/
Das Rheinische Braunkohlenrevier
Karte des Rheinischen Braunkohlenreviers
Diese Karte beinhaltet Informationen über die einzelnen Dörfer, die von der RWE Power AG abgebaggert wurden oder noch abgebaggert werden, um an die darunter liegende Braunkohle zu gelangen. Auch die Kraftwerke, Tagebaue und Wasserwerke sind markiert. Die Braunkohlekraftwerke Neurath, Niederaußem und Weisweiler gehören zu den klimaschädlichsten Kraftwerken in Europa. Obwohl viele hocheffiziente Gaskraftwerke (GuD) zur Verfügung stehen, sind hauptsächlich die dreckigen Braunkohlekraftwerke in Betrieb. Würden die CO2-Zertifikate im EU-Emissionshandel nicht zu Spottpreisen versteigert werden, könnte man die Braunkohlekraftwerke herunterfahren und somit erheblich zum Klimaschutz beitragen. Zudem musste in letzter Zeit immer häufiger dafür bezahlt werden, dass die Nachbarländer den überschüssigen Braunkohlestrom abnehmen. Kohlekraftwerke lassen sich nämlich nicht flexibel regulieren. Da die Stromerzeugung der Erneuerbaren Energien glücklicherweise bereits bei 22 Prozent liegt, sind Kohlekraftwerke im Stromnetz fehl am Platz.
Satellitenbilder:
Größere Kartenansicht












