Archiv der Kategorie: Energie

Online-Einwendungen gegen Tagebaue wieder möglich!

Vattenfall plant, in der Lausitz fünf neue Braunkohle-Tagebaue zu erschließen. Damit würde die klimaschädliche Braunkohle wohl noch bis 2050 verstromt werden. Dabei sind die Erneuerbaren Energien leistungsstark genug, um Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke zu ersetzen. Unterschreiben auch Sie unsere Mustereinwendung gegen diese Pläne: http://bit.ly/17y3EYm

Noch bis zum 17. September haben alle Bürger die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Gerne kann der Link zur Einwendung auch an Freunde und Bekannte verschickt werden. Lasst uns diese Chance nutzen, um endlich deutliche Erfolge im Klimaschutz zu erzielen!

Demozug für den Schutz der Arktis

30 Grad im Schatten waren es am Samstag, als unsere Ehrenamtlichen durch die Bonner Innenstadt zogen. Hier lässt sich sehr gut deutlich machen, wie die steigenden globalen Temperaturen die Ölförderung begünstigen. Denn durch die Schmelze des arktischen Meereises werden neue Ölvorkommen zugänglich. Das macht den Weg für einen noch stärkeren Klimawandel frei. „Wäre hier Öl, Shell würde bohren“, war auf einem Banner der Ehrenamtlichen zu lesen. Dieses Banner wurde an vielen symbolträchtigen Orten in Bonn eingesetzt. Vom Bertha-von Suttner-Platz über die Bonngasse, dem Beethovenhaus, bis hin zum Remigiusplatz wurden viele Orte besucht. Ziel war es, zu zeigen, dass die Ölkonzerne derart skrupellos sind und sogar in der sensiblen Arktis nach Öl bohren wollen. Austretendes Öl hätte dort verheerende Folgen. In 50 anderen deutschen Städten wurden ähnliche Aktionen durchgeführt.

Wäre unter Bonn Öl, Shell würde bohren!

(C) The United States Coast Guard

Nachdem Shell 2012 bei Probebohrungen vor der Küste Alaskas nur Pannen und Unfälle verursachte, soll jetzt gemeinsam mit Gazprom die russische Arktis unsicher gemacht werden. Auf diese Skrupellosigkeit wollen wir mit eurer Hilfe aufmerksam machen.

Macht mit bei unserer Fotoaktion:
Bastelt euch ein Schild mit dem Spruch: „Wäre hier Öl, Shell würde bohren“ und macht ein Foto von dem Schild an dem Ort, der für Bohrungen genausowenig in Frage kommen soll, wie die Arktis. Das Foto könnt ihr dann hochladen. Weitere Infos:
http://blog.greenpeace.de/blog/2013/07/09/30493/

End the Age of Coal – auch in Bonn

Auf der ganzen Welt fanden am 29.6. Proteste gegen die klimaschädliche Kohle und für die Energiewende statt, an denen sich auch Greenpeace Bonn beteiligte. In Deutschland lag der Schwerpunkt auf der Braunkohle in der Lausitz, da Vattenfall dort fünf neue Tagebaue erschließen möchte, um Kohle noch bis Mitte des Jahrhunderts zu verfeuern. Bei uns im Rheinland wurde zudem die Entscheidung über das geplante Kraftwerk „BoAplus“ thematisiert.

Deutschland gibt sich als das Land der Energiewende. Alle Welt schaut hin, ob die Energiewende auch wirklich machbar ist. Wir haben zwar bereits 23 Prozent Erneuerbare Energien im Strommix, doch die Kohle legte allein im letzten Jahr um 5 Prozent zu. Dabei wird die Kohle gar nicht gebraucht, denn die erneuerbaren Energien sind so leistungsstark, dass RWE und Co. immer mehr Kohlestrom ins Ausland exportieren müssen. Teilweise muss RWE dafür bezahlen, dass der Strom im Ausland abgenommen wird. Diese und andere Hintergründe vermittelten wir interessierten Passanten an der Poppelsdorfer Allee.

Zudem sammelten wir zahlreiche Unterschriften. Zum einen gegen das geplante Kraftwerk „BoAplus“, welches RWE 20km westlich von Köln bauen möchte. Es würde 15 Tonnen CO2 ausstoßen – pro Minute! Das ist nicht mit dem Klimaschutzgesetz vereinbar, welches die Landesregierung so vorbildlich durchgesetzt hat. Schon gar nicht, wenn das Kraftwerk 40 Jahre oder länger in Betrieb sein wird. Dem Klimaschutzgesetz zufolge sollen die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 Prozent reduziert werden.

Zum anderen besteht bis zum 17. September die Möglichkeit, Einwendungen gegen die geplante Erweiterung des Tagesbaus Welzow-Süd II in der Lausitz einzureichen. Besonders absurd dabei ist, dass das Dorf Proschim auch für den Tagebau weggebaggert werden soll. Dort produzieren 300 Einwohner deutlich mehr Ökostrom als sie verbrauchen. Insgesamt sind dort 800 Menschen von der Enteignung durch Vattenfall betroffen. Die Mustereinwendung können Sie hier unterschreiben.

                                                                                                      Alex Oslislo

Mit Ballonflug für Energiewende im Revier

Niederaußem 2.7.13 In den frühen Morgenstunden erhebt sich ein Heißluftballon in Form eines Erdballs über dem Revier. „Energiewende für´s Revier – Stoppt BoAplus!“ ist auf dem Banner zu lesen, welches unter dem Ballon hängt. Damit werden die Mitglieder des Regionalrats aufgefordert, am kommenden Freitag Verantwortung zu übernehmen und gegen die Änderung des Regionalplans zu stimmen. Diese Änderung würde den Weg für einen weiteren Klimakiller freigeben, welcher wohl 40 Jahre oder länger 15 Tonnen CO2 ausstoßen – und zwar pro Minute! Auch würde damit das NRW-Klimaschutzgesetz missachtet werden, welches die Landesregierung als erstes Bundesland so vorbildlich durchgesetzt hat. Demnach sollen bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 25 Prozent reduziert werden. Um dies zu erreichen, müssten Kohlekraftwerke abgeschaltet, statt neue hinzugebaut werden. Im Rheinischen Revier haben sich die CO2-Emissionen, entgegen der Versprechen von RWE, nicht vermindert, sondern sind in den vergangenen 15 Jahren um etwa 9 Prozent gestiegen.

So, wie der Ballon abgehoben ist, würden durch BoAplus auch tonnenweise Schadstoffe „abheben“. Sie würden sich durch den Wind geleitet in der Atmosphäre verteilen und dann auch in den Ballungsräumen in Köln und dem Ruhrgebiet wieder absetzen. Die Gefahr von Atemwegserkrankungen, Herzinfarkten, Lungenkrebs und Asthmaanfällen durch Kohlekraftwerke, würde dadurch auch noch nach Mitte des Jahrhunderts bestehen. BoAplus wäre nämlich ein sehr gesundheitsschädliches Kraftwerk. Die aktuelle Greenpeace-Studie „Tod aus dem Schlot“ des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart kalkuliert für BoAplus rechnerisch jährlich 21.200 verlorene Arbeitstage durch feinstaubbedingte Erkrankungen und außerdem statistisch 996 verlorene Lebensjahre pro Jahr. Grund wären vor allem die giftigen Emissionen von Feinstaub, Stickoxiden, Schwefeloxiden und Schwermetallen wie Arsen, Zink, Cadmium, Blei und Quecksilber.

Der Regionalrat hat die Möglichkeit, den Bau des klimaschädlichen Kraftwerks zu verhindern. Damit kann er ein Zeichen setzen und deutlich machen, dass wir eben nicht noch mehr Treibhausgase ausstoßen müssen, wenn wir aus der Atomkraft aussteigen, sondern dass wir auch einen Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2030 schaffen können. Nicht zuletzt zeigen die derzeitigen Hitzewellen und Überschwemmungen in den USA, sowie die chaotischen Witterungslagen in Deutschland, dass wir dringend wirkungsvollen Klimaschutz betreiben müssen. Ein großer Schritt wäre, wenn RWE die Investitionssumme von 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Erneuerbaren Energien, statt in Braunkohle investieren würde.

Mit Braunkohle ist die Energiewende nicht zu machen

Deutschland ist weltweit bekannt für seine Energiewende – doch leider ist
Deutschland auch führend bei der Produktion und Verbrennung klimaschädlicher Braunkohle.
Darauf hat Greenpeace Bonn heute vor der Klimakonferenz (UNFCCC) im maritim-Hotel Bad Godesberg aufmerksam gemacht. Mit der klaren Aufforderung insbesondere an die deutschen Delegierten, die Braunkohlenutzung in Deutschland endlich einzustellen.

Greenpeace Bonn protestiert gegen die Braunkohleverstromung in Deutschland.

In keinem Land der Welt wird so viel Braunkohle gefördert wie in Deutschland: im Jahr 2012 allein 185 Millionen Tonnen, die bei ihrer Verbrennung zur Freisetzung der gleichen Menge Kohlendioxid (CO2) führen.

Braunkohle ist der klimaschädlichsten aller fossilen Energieträger. Braunkohlekraftwerke stoßen ungefähr dreimal so viel Kohlendioxid aus wie Gaskraftwerke. Der Grund: Braunkohle enthält mehr als 50 Prozent Wasser und hat daher einen sehr schlechten Brennwert.

Doch trotz ihrer schlechten Klimabilanz produzieren Braunkohlekraftwerke in Deutschland ungefähr 25 Prozent des Stroms – mit steigender Tendenz. Weil zwei neue Kraftwerke ans Netz gingen legte der Braunkohleverbrauch im vergangenen Jahr um fünf Prozent zu. Und damit nicht genug, die Energiekonzerne RWE, Vattenfall und Mibrag planen noch weitere Braunkohlekraftwerke. Diese sind für Laufzeiten von 50 Jahren ausgelegt und untergraben somit die Erreichung der deutschen Klimaschutzziele.

Die Nutzung der klimaschädlichen Braunkohle nimmt zu, da das klimapolitisch wichtigste Instrument – der europäische Emissionshandel – versagt. Der CO2-Preis liegt augenblicklich unter 5 Euro pro Tonne CO2 und entfaltet damit keinerlei Lenkungswirkung. Die Reparatur des Emissionshandels sowie die Erhöhung des Reduktionsziels werden nach wie vor vom deutschen Wirtschaftsminister blockiert.

Europa braucht ein ehrgeiziges Klimaschutzziel für das Jahr 2030. Die Energiewende – Made in Germany – mit Zukunftsinvestitionen in die Nutzung von Wind- und Sonnenenergie gilt international als Vorbild. Die Energiewende darf nicht durch die klimaschädliche Braunkohleverstromung kaputt gemacht werden. Es ist besorgniserregend, wie stark sich die Ex-Klimakanzlerin Angela Merkel in den vergangenen Jahren mit ihrer Politik zur Kohlekanzlerin verwandelt hat.

Greenpeace fordert:

  • Keine neuen Kohlekraftwerke, Deutschland braucht ein Kohleausstiegsgesetz.
  • Kein Aufschluss neuer Braunkohletagebaue
  • Ausbau von Erneuerbaren Energien von mindestens 45 Prozent bis 2030
  • Ein europäisches CO2-Reduktionsziel von mindestens 55 Prozent bis 2030