Archiv der Kategorie: Hintergründe

RWE-Kraftwerk: Alte Technik – neue Gefahren

Greenpeace Gruppen in NRW warnen vor Gefahren durch neues
Braunkohlekraftwerk

Unter dem Namen BoAPlus will RWE in Niederaußem bei Köln nach eigenen Angaben das modernste Braunkohlekraftwerk der Welt bauen. Greenpeace Köln, Bonn, Aachen, Düsseldorf und Niederrhein halten die Kohleverstromung für eine veraltete Technik, die in hohem Maße umwelt- und gesundheitsschädlich ist.

Die Kraftwerkparks Niederaußem, Weisweiler, Neurath und Frimmersdorf in der Nähe von Köln gehören zu den elf größten CO2-Emittenten in der Europäischen Union. Damit ist das Rheinische Revier der größte CO2-Emittent in der EU und RWE der größte CO2-Emittent in Deutschland. Wenn zusätzlich noch neue Kohlkraftwerke gebaut werden, bezweifeln die Umweltaktivisten, wie Deutschland die gesetzten CO2-Reduktionsziele einhalten kann.

Nicht nur für die Anwohner in unmittelbarer Umgebung stellen diese Kraftwerke eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar. So sind Braunkohlekraftwerk die größten Emittenten für Feinstaub und Quecksilber und sie leisten einen sehr großen Beitrag zur Hintergrund-Belastung an Stickoxiden. Feinstaub, Schwermetalle und Stickoxide verursachen nicht nur Atemwegserkrankungen, sondern stören das Lungenwachstum bei Kindern und führen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei all diesen Schadstoffen gibt es keinen Schwellenwert, unterhalb dessen sie unschädlich sind. Die Grenzwerte stellen lediglich ein Warnhinweis dar, ab dem Umweltschutzmaßnahmen eingeleitet werden müssen. Bereits am 23.1.2013 wurde der Grenzwert für Feinstaub (PM10: 50µg/m³) in Niederzier um das dreifache überschritten (152µg/m³). Die Hauptwindrichtung ist West-Nord-West, die Schadstoffe werden also in Richtung Köln und Ruhrgebiet geweht. Millionen Menschen werden bereits jetzt belastet, mit dem neuen Braunkohlekraftwerk noch die nächsten 40 Jahre.

Greenpeace fordert:

  • kein neues Braunkohlekraftwerk!
  • Ausstieg aus der Braunkohle bis 2030!
  • Erlass eines Kohleausstiegsgesetzes!
  • Ausbau der Erneuerbaren Energien!

Ihr persönlicher Atomausstieg – Jetzt zu Ökostrom wechseln!

Der Wechsel zu Ökostrom ist ganz einfach und kostet auch nicht viel Zeit. Sie müssen Ihrem neuen Stromanbieter nur die Stromzählernummer und den Zählerstand mitteilen – um die Abmeldung vom alten Anbieter kümmert sich der neue Anbieter!

Viele VerbraucherInnen stellen sich die Frage, zu welchem Stromanbieter sie wechseln sollen und was sie beachten müssen, um keine Ökostrom-Mogelpackung zu kaufen.

Wenn man zu einem unabhängigen Ökostromanbieter wechselt, kann man nichts falsch machen.  So empfiehlt das aus 22 Umweltverbänden bestehende Bündnis „Atomausstieg-selber-machen“ folgende Anbieter:

Elektrizitätswerke Schönau GmbH
Naturstrom AG
Greenpeace Energy e.G.
Lichtblick AG

Diese reinen Ökostromanbieter gibt es teilweise seit über 10 Jahren. Sie zeichnen sich alle durch sehr guten Service und große Transparenz aus und sind bundesweit verfügbar. Sie betreiben keine Atom- oder Kohlekraftwerke und besitzen auch keinerlei Beteiligungen an solchen.

Außerdem möchten wir  MannStrom von MannEnergie empfehlen. Dieses Unternehmen stammt aus dem Westerwald und ist ebenfalls ein unabhängiger reiner Ökostromanbieter.
Ihr persönlicher Atomausstieg – Jetzt zu Ökostrom wechseln! weiterlesen

Großer Erfolg für den Schutz der indonesischen Regenwälder!

Orang-Utan und co. können sich freuen. Denn dem Appell an Nestlé, kein Palmöl mehr aus Urwaldzerstörung zu beziehen und damit den Lebensraum vieler Arten zu schützen, will der Konzern nun nachkommen.

Die Orang Utans Indonesiens haben was zum Feiern! Solange Nestlé sein Versprechen hält...

In den letzten zwei Monaten trugen Greenpeace Ehrenamtliche und Aktivisten die Kampagne der Greenpeace-Büros deutschland- und sogar weltweit mit vielfältigen Aktionen auf die Straße, informierten Verbraucher und Presse und übten so Druck auf den weltweit größten Nahrungsmittelkonzern aus. Dieser stellte gestern ein Konzept vor, demzufolge von nun an alle Stellglieder der Produktkette auf ihre Umweltverträglichkeit untersucht werden sollen, darunter fallen also auch Zwischenhändler wie die Gruppe Cargill, über die Nestlé nach wie vor Palmöl des indonesischen Konzerns „Sinar Mas“ bezieht.

Sinar Mas ist für seine korrupte Wirtschaftsweise bekannt, in deren Folge riesige Urwaldflächen, darunter auch wertvolles Orang-Utan Habitat, der Brandrodung zum Opfer fallen. Anstelle wertvoller Ökosystem treten dann Palmöl Mono-plantagen. Dieses Geschäft auf Kosten der Umwelt ist lukrativ, solange Abnehmer in den Industriestaaten vorhanden sind. Allein Nestlé verwertet jährlich 320.000 Tonnen Palmöl, u.a. für die Produktion des beliebten Kitkat-Riegels.

Diesen komplexen Bogen von der Urwaldzerstörung zum Schockoriegel zu spannen, widmete sich in den vergangenen Monaten auch Greenpeace Bonn. Mit einem Infostand und auffälligen Plakaten informierten wir Mitte April Verbraucher und sammelten 150 Protestpostkarten, die wir an Nestlé weiterleiteten. Vor knapp zwei Wochen versahen wir dann Kitkat-Produkte in verschiedenen Bonner Supermärkten mit dem Hilferuf eines Orang Utans.

Bei beiden Aktionen handelte es sich um deutschlandweite Aktionstage, die zeitgleich in über 35 Städten stattfanden. Das große gemeinsame Echo, was dadurch erzeugt wurde, scheint nun gehört worden zu sein.

Nun bleibt natürlich abzuwarten, ob Nestlé seinen Versprechungen auch wirklich nachkommt.  Bereits Mitte März hatte Nestlé zwar die direkten Verträge mit Sinar Mas gekündigt, allerdings hatte dies nicht vielmehr als eine Alibifunktion, da sich an den Produktinhaltsstoffen selbst nichts änderte.  Sollten nun aber tatsächlich alle schwarzen Schafe aus der Handelskette gestrichen werden, müsste dies die Konzerne in Indonesion über kurz oder lang zum Umdenken der Wirtschaftsweise bewegen.Hoffnung besteht auch, dass andere europäische Konzerne dem Beispiel Nestlés folgen.

Weitere Informationen auch auf der Greenpeace Deutschland Seite. Hier klicken.

Aussteigerland-NRW: Kampagnenziel erreicht!

Infostand in der Bonner Innenstadt am Samstag vor der Wahl (Foto: Greenpeace Bonn / Rosa Pollter)

In ganz NRW gingen Greenpeacer in die Innenstädte um über die Bedeutung der NRW-Wahl für die nationale Energiepolitik zu informieren. Fazit am Sonntag: Atomkraft abgewählt, doch es bleibt spannend.

Als wir am Samstag vor der Wahl zum Kampagnenendspurt ein letztes Mal auf die Straße gingen, wusste noch keiner was der 9. Mai bringen würde.
Zusammen mit dem Bonner Bündnis für den Atomausstieg informierten wir in der Bonner Fußgängerzone  noch unentschlossenen WählerInnen über die Bedeutung der NRW-Wahl. Viele interessierte BürgerInnen konnten sich mit Hilfe unseres Wahlkompasses ein Überblick verschaffen und auch unser alternatives Energiekonzept „Plan B“ wurde verstärkt nachgefragt.

Einen Tag später war klar: Es gibt keine Mehrheit für den Ausstieg aus dem Ausstieg im Bundesrat. Das Thema Atom lässt sich nach der NRW-Wahl nicht mehr so leicht „unter den Teppich kehren“.

Trotzdem bleibt 2010 ein spannendes Jahr für die Anti-Atom-Bewegung, denn die Atomlobby wird weiter Druck auf die Bundesregierung ausüben um ihr abgeschriebenen AKWs am Netz zu behalten. Spätestens im Oktober soll das Energiekonzept des schwarz-gelben Regierung auf dem Tisch liegen. Es wird sich zeigen, wie ernst Frau Merkel es mit dem Umwelt- und Klimaschutz meint.
Des Weiteren rollt im November wieder ein Castor von der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in das heftig umstrittene Zwischenlager Gorleben. Ein guter Zeitpunkt unserer Forderungen Nachdruck zu verleihen und klar zu machen: Die Mehrheit der Deutschen will den Ausstieg aus der Atomkraft.

Weitere Eindrücke gibt’s wie immer bei Flickr . Außerdem finden sich hier die Kurz- oder die Langfassung von unserem Energiekonzept Plan B.

LORA Bürgerfunk über das strahlende Vermächtnis [Update]

Vom Super-Gau in Tschernobyl bis zu den Atommülltransporten durch Bonn beschäftigt sich der LORA Bürgerfunk an diesem Samstag mit den vielen Facetten und Gefahren der Atomkraft.

Mit dabei sind in der Sendung unter anderem Tim Petzoldt und Monika Mehnert von Greenpeace Bonn. Schaltet also ein, am Samstag dem 24. April ab 21:00 Uhr, im Radio Bonn-Rhein-Sieg. Frequenzen: UKW 94,2 – 98,9 – 99,9 – 107,9, oder im Livestream.

Die Ankündigung dieser Sendung findet ihr hier.

[Update] Wer die Sendung verpasst hat oder sie sich gerne noch mal anhören will, findet einen Mitschnitt hier.